Salon-Saison 2. Halbjahr 2018 beginnt im September

Dirk Bernemann beendet die Corvus-Salon-Sommerpause

 

Die Sommerpause unserer Salon-Abende beendete im September kein Geringerer als Dirk Bernemann. Ob er wirklich die Unschuld hat kotzen sehen, hätten wir ihn noch fragen können, aber die meisten guten Ideen kommen stets, wenn es zu spät ist. Schon weil dies auf jeden Fall noch zu klären ist, wird es mit Sicherheit ein Wiedersehen in Thüringen geben, aber bevor wir uns unkenhaft in die Zukunft begeben, wollen wir zunächst die Vergangenheit kurz beleuchten und auf die beiden Tage mit dem in Berlin lebenden Autoren zurückschauen.

Am 7. September 2018 empfingen wir Dirk Bernemann in unserem Pößnecker Salon, der seit Ende letzten Jahres im wunderbar ambientvollen Gewölbekeller des Franzenshofes einen Hort gefunden hat.

Vor zwanzig Gästen las Bernemann einen Querschnitt aus seinen Büchern, trug aber vorwiegend neue, noch unveröffentlichte Texte vor, so dass die ZuhörerInnen, die sogar teilweise aus Jena angereist waren, in den Genuss einer Art Premiere kamen.

Bernemann begeisterte nicht nur inhaltlich, sondern auch und gerade durch seine ihm eigene Art zu lesen, seinen Worten Leben zu geben. „Ich weiß nicht, ob ich die Bücher von Dirk Bernemann je gelesen hätte, aber jetzt, wo ich ihn gehört und gesehen habe, muss ich sagen, dass ich schwer begeistert bin.“, sagte eine Pößneckerin im Anschluss.

Gut neunzig Minuten las der im Münsterland geborene Wahlberliner und stelle sich zu Beginn und zum Ende den Fragen des Moderators M.Kruppe. Dabei ging es um seine Arbeit im Allgemeinen, aber auch darum, ob Schreiben frei nach einem bekannten Spruch, wirklich die „höchste Form der Therapie“ sei. Das Thema Depression fand seine Erwähnung und der Umgang mit ihr, wodurch ein gewisser Inklusionsaspekt gesetzt wurde. Denn Inklusion ist leider noch immer in unserer Demokratie ein Randthema.

Leider musste unser Überraschungsgast Benjamin Schmidt krankheitsbedingt absagen, so dass ein Vertiefen dieses Themas aus Sicht eines inkomplett querschnittsgelähmten Menschen nicht möglich war.

Auch das Publikum hatte einige Fragen, die Bernemann bereitwillig beantwortete, bevor es dann zu weiteren intensiven Gesprächen an der Bar unseres Partners Outbird kam.

Einen Tag später las Bernemann in unserem Geraer Salon in der Theaterfabrik. Auch hier kamen rund zwanzig Interessierte, auch hier reisten einige eigens aus beispielsweise Greiz an und auch hier klebten unsere Gäste, wie schon am Abend zuvor in Pößneck, an den Lippen des Autors von nunmehr achtzehn Büchern.

Einmal mehr eröffente M.Kruppe den Abend, stellte einige Fragen und überließ dann Dirk Bernemann die Bühne.

Ähnlich wie in Pößneck gab es auch hier einige unveröffentlichte Texte und obendrein einen, der noch nie gelesen wurde. Eine wirkliche Premiere quasi.

Im Anschluss wechselten einige Bücher den Besitzer, Widmungen wurden geschrieben, Gedanken ausgetauscht und ausnahmslos Lob und Begeisterung bekundet.

Abschließend können wir sagen, dass der Auftakt in die Saison 2. Halbjahr des Corvus-Salons nicht nur ein Erfolg war, sondern uns und unseren Gästen eine große Freude.

Danke an alle, die da waren, danke natürlich auch an Dirk Bernemann und unserem Partner Outbird für die Versorgung. Speziell für Gera gilt an dieser Stelle auch und einmal mehr der Thüringer Kulturstiftung wie Thalia zu danken, die uns hier unterstützt haben.


Magische Musik aus Dänemark in Ranis

Am 21.4. 2018 veranstaltete der Kunst- und Kulturverein Corvus zusammen mit dem Thüringer Lese-Zeichen e.V. ein wohl für die Literatur- und Kunstburg Ranis bisher einzigartiges Konzert. Die dänische Singer-/Songwriterin Line Bogh verzauberte mit ihrer teils fragilen, teils aber auch kräftigen Stimme ihr Publikum und entführte es in eine Welt aus Melancholie und Empfindsamkeit, aus zauberhafter Atmosphäre und hier poppigen, da düsteren Songs. Unterstrichen wurde die traumhaften Lieder von einem Live-Painting des ebenfalls aus Dänemark stammenden Künstlers Christian Gundtoft.

Gemeinsam ließen die Beiden die Zeit vergessen und entführten die Zuhörer*innen in ein seltsam weiches, irgendwie fragiles aber doch sehr dominantes Universum und begeisterten die Anwesenden.  

Die Resonanzen, die uns als Veranstalter im Anschluss erreichten, waren durchweg positiv und bewegten sich zwischen Dankbarkeit, die beiden Künstler nach Ranis geholt zu haben und dem Wunsch, solcherlei Konzerte gern öfter zu organisieren.

„Wir waren ja eigentlich nur zum Mittelalterfest unten im Burghof und erfuhren von dem Konzert. Also haben wir uns spontan entschlossen, da zu bleiben und dem beizuwohnen, auch wenn wir zunächst etwas skeptisch waren.“ sagte ein Paar aus der Region und führte fort: „Aber was wir dann hier erleben durften, war ganz großes Kino. Wir haben keine Minute bereut. Vielen Dank dafür!“  

Besonderer Dank gilt unserem Kooperationspartner Lese-Zeichen e.V. und der Kreissparkasse Saale-Orla für die Unterstützung. Des Weiteren danken wir Outbird für die gastronomische Unterstützung und Björn und Tanita für ihre Hilfe.  


3. Literarischer Salon Gera - Tatort Gera

Mit Freude blicken wir auf den nunmehr dritten Literarischen Salon Abend des Corvus e. V. in Gera zurück, der am 07. 04. 2018 im Gewölbekeller des Restaurants Museumsstuben stattfand. Zu Gast hatten wir nicht nur die beiden Krimi-Preisträger Simone Buchholz und Max Annas, sondern auch den Leipziger Krimi-Autoren Ulf Torreck alias David Gray, der moderierend durch den Abend führte.

Nicht nur die Location selbst, die mit ihrem ambientvollen Gewölbe bestens zum Thema passte, war es wert, dem „Tatort Gera“ beizuwohnen. Auch die beiden AutorInnen begeisterten das durchaus neugierige und sehr offene Publikum. So wurden schon vor der Lesung an der Outbird-Bar Gespräche geführt und Bücher verkauft und auch im Anschluss war noch lange nicht Ruhe.

Eröffnet wurde der Abend von unserem Vorsitzenden M. Kruppe, der begrüßende Worte fand, bevor Ulf Torreck zunächst Max Annas und sein Buch „Illegal“ vorstellte, das zugleich ein Krimi, politisches Buch und ein Gesellschaftsroman ist. Der junge Kodjo aus Ghana beobachtet in Berlin einen Mord. Sieht den Täter davonfahren. Weil Kodjo illegal im Land ist, will er sich verstecken und warten, bis der Mörder gefasst wird. Doch der hat ihn gesehen. Und schickt dem unbequemen Zeugen seine Männer hinterher. Kodjo wird gejagt.

Daran angeschlossen galten Ulf Torrecks Fragen Simone Buchholz, die in „Beton Rouge“ den Hamburger Kiez St. Pauli in den Fokus rückt. Eines Morgens steht vor dem Gebäude eines großen Zeitschriftenverlags ein Käfig, worin sich der Chef der Personalabteilung befindet. Nackt, bewusstlos und offensichtlich misshandelt. Drei Tage später steht der nächste Käfig vorm Verlag, diesmal liegt der Geschäftsführer drin. Die Staatsanwältin Chastity Riley glaubt zunächst an einen Racheakt der Verlagsmitarbeiter – seit Jahren werden Leute entlassen, während sich die Führungskräfte dicke Boni in die Taschen stopfen. Als dann ans Licht kommt, dass beide Opfer nicht nur ihr Status, sondern auch eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit verbindet, verschwindet der Vorstandsvorsitzende.

Beide Autoren schafften es durch ihre besondere Art zu lesen, das Publikum zu fesseln und so vergingen die knapp zwei Stunden wie im Fluge.

 

Wir danken dem sehr interessierten wie aufgeschlossenen Publikum, unserem Kooperationspartnern Outbird und Lese-Zeichen e.V. sowie der Inhaberin der Museumsstuben Birgit Tremel und natürlich den drei Protagonisten des Abend, Simone Bucholz, Max Annas und Ulf Torreck. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle Simone Buchholz, die der Initative Corvus e. V. ihre komplette Gage erließ.


2. Literarischer Salon Gera mit leavinghomefunktion

Ein "literarischer" Salon war die Veranstaltung mit den beiden Vertretern des leavinghomefunktion Projektes weniger, als eher ein abenteuerlich-informativer. Allerdings ist unser Anspruch ja nicht auf Biegen und Brechen festgelegt auf Literatur. Zumindest nicht so fest, als dass wir alles andere grundsätzlich ausschließen. 

Und so luden wir uns für den 23.März 2018 Johannes Fötzsch, Anne Knödler, Kaupo Holmberg, Efy Zeniou und Elisabeth Oertel nach Gera ein. 

Zum ersten in den Räumen unseres neuen Kooperationspartners Theaterfabrik Gera, erschienen gut dreißig Interessierte, die den Erzählungen über ein von außen betrachtet wahnwitziges Projekt lauschten. 

Fünf Menschen brechen im September 2014 in Halle/Saale auf, um über Land nach New York zu gelangen. Nicht mit einem Bus, mit einem LKW oder auf guten, geländefähigen Motorrädern, sondern mit alten, russischen Ural-Motorrädern. Und das taten sie nicht, weil diese Kisten absolut zuverlässig sind, oder das Quartett ein Faible für russische Vehikels hat, sondern weil ein Großteil der Strecke durch ein Gebiet führt, in welchem genau dieser Typ Fahrzeug zuhauf vorkommt. Zwei Vorteile hatte das: Einerseits ist es recht einfach, Ersatzteile zu besorgen, andererseits, und dies der Hauptgrund, weil über die Maschinen ein kommunikativer Draht entsteht.  

Die Erzählungen der beiden Vertreter Johannes Fötzsch und Anne Knödler fesselten das Publikum. Ungläubige Blicke, staunendes Kopfschütteln und angekaute Finger waren nur einige Reaktionen der Zuhörenden. 

Aufschlussreich, unterhaltsam, spannend, abenteuerlich, humorvoll und zuweilen lehrreich… so könnte man mit wenigen Attributen den Vortrag des Kollektives beschreiben.

Wenn Menschen im Publikum sitzen, mit weit aufgerissenen Augen, am Finger kauend, während die Protagonisten von ihren zuweilen abenteuerlichen Erfahrungen erzählen, dann kann man ein weiteres Adjektiv hinzufügen: fesselnd. So blicken wir auf einen sehr interessanten und schönen Abend zurück. Etwa dreißig Menschen, zum Teil aus Leipzig, Jena und dem entfernten Umland angereist, lauschten gespannt dem gut zweistündigen Vortrag und führten in der Pause und im Anschluss angeregte Gespräche mit den beiden VertreterInnen des Projektes.

 

Auch unser Sponsor Outbird war wieder mit von der Partie und versorgte unsere Gäste mit edlen Spirituosen und anderen Getränken. 

 

Wir danken allen die da waren. 


1. Literarischer Salon Gera mit Lucie van Org

Der erste Literarische Salon in Gera übertraf unsere Erwartungen. Nicht etwa, weil wir kein Vertrauen in die Musikerin, Autorin, Schauspielerin Lucie van Org hatten, sondern weil wir das Experiment wagten, in einer thüringischen Stadt wie Gera, die bislang wenig in Sachen alternative Kulturveranstaltungen zu bieten hatte. 

Unser Zeil war und ist es, das zu ändern und fand am 20.01. 2018 unser erster literarischer Salon im Historischen Bahnbetriebswerk Gera statt.

 

Mit der Künstlerin Lucie van Org hätten wir kaum ein besseres Debut erleben können.  

Aus ihrem aktuellen Buch "Die Geschichten von Yggdrasil" (erschienen bei Edition Roter Drache) las die als 1994 mit der Formation Lucilectric bekannt gewordene Berlinerin kraftvoll, eindrücklich, teilweise humoresk, aber auch (auf-)klärend vor und ergänzte das Programm mit Liedern die zuweilen eigens für das Programm geschrieben sind, zuweilen waren es aber auch alte nordische Zaubersprüche oder Weisen. Dabei begleitete van Org sich auf der Gitarre und sorgte so für ein unterhaltsames, rundes Programm.

Mehr als vierzig Interessierte zog dieser Abend an und sorgte, wie oben schon erwähnt, für positive Überraschung, denn wir hofften zwar, dass die 30 Sitzplätze voll werden, doch dass wir sogar noch Bänke hinzustellen mussten, damit haben wir nicht gerechnet. 

Auch das Publikum selbst schien den Abend zu genießen. Die Resonanz in den anschließenden Gesprächen mit einigen Gästen war durchweg positiv. Man freute sich, dass es in Gera nun endlich eine kulturelle Reihe an Veranstaltungen geben wird, die es so in der thüringischen Stadt noch nicht gab. 

 

Wir danken allen die da waren und natürlich auch der Künstlerin Lucie van Org. Außerdem gilt unser Dank auch dem Geraer Kreativunternehmen Outbird für die Unterstützung und Bewirtung an diesem Abend.